Wie itemdrop die Garderobe des FZW Dortmund revolutioniert
Vom operativen Flaschenhals zur High-Speed-Lösung – digital, effizient und schneller als Bargeld.

Garderobe ohne Bargeld, Marken und Warteschlange
Wie das FZW in Dortmund seinen Garderobenbetrieb umgebaut hat
Wer am Wochenende ins FZW geht, merkt den Unterschied an der Garderobe wahrscheinlich gar nicht. Karte hinhalten, Jacke abgeben, fertig. 18 Sekunden. Dass es früher deutlich länger dauerte, wissen die meisten Gäste nicht.
Warum es so lange dauerte
Das FZW ist einer der größten Clubs in Dortmund. Mehrere Räume, Konzerte, Clubnächte. An guten Abenden kommen Hunderte Gäste auf einmal.
Die Garderobe war dabei jahrelang der Engpass. Rund 90 Prozent aller Zahlungen liefen über Bargeld. Nicht, weil das FZW das so wollte. EC war schlicht zu langsam.
„Mit EC hat ein einzelner Vorgang rund 80 Sekunden gedauert. Bei Bargeld waren es immerhin noch 45 Sekunden pro Jacke", sagt Till Hoppe, Geschäftsführer des FZW. An einem vollen Abend ist das nicht tragbar.
Dazu kam der Aufwand drumherum. Wechselgeld bereitstellen, Kassen zählen, Abrechnungen. Sicherheitstransporte organisieren. Vor jedem Event mussten Garderobenmarken vorbereitet werden, danach eingesammelt und sortiert.
„Nach jedem Wochenende standen locker 30 Leute vor der Tür und sagten: Jacke bitte, Marke verloren", erinnert sich Hoppe.
Was Hoppe geändert hat
Seit etwa einem halben Jahr arbeitet das FZW mit dem Garderobensystem von itemdrop, einem Anbieter für bargeldlose Garderoben. Die Jacke wird beim Abgeben einer Karte zugeordnet. Beim Abholen reicht dieselbe Karte. Papiermarken gibt es nicht mehr.
„Das war ein Test, und der war überaus positiv", sagt Hoppe im Gespräch mit den Ruhr Nachrichten.
Aber Hoppe hat nicht nur die Software gewechselt. Er hat die ganze Garderobe umgebaut. Bügel raus, Haken rein. Kürzere Laufwege. Klingt nach einer Kleinigkeit. War es laut Hoppe nicht. Ein- und Aushängen geht mit Haken schneller, auf der gleichen Fläche passt mehr.
Die Zeiten im Vergleich
Angaben: FZW Dortmund
Mit dem neuen System liegt ein Vorgang bei 18 Sekunden. Schneller als Bargeld, das früher die einzige praktikable Variante war. Gegenüber der alten EC-Zahlung sind es 77% weniger Zeit.
Auch beim Personal zeigt sich der Unterschied: Früher brauchte das FZW 3 bis 5 Mitarbeiter an der Garderobe und kam auf rund 124 Vorgänge pro Stunde. Mit dem neuen System schaffen 3 Mitarbeitende über 190 Vorgänge in derselben Zeit.
Was außerdem wegfällt
Was in den Sekundenzahlen nicht steckt: der ganze Aufwand vor und nach dem Event. Marken vorbereiten, Wechselgeld organisieren, nachsortieren, Kasse abrechnen. Gibt es nicht mehr.
„Für unsere Mitarbeitenden ist das insgesamt mehr als positiv", sagt Hoppe. Das Team mache weniger Fehler. Die Nacharbeit sei praktisch weggefallen.
Der Preis
Das FZW hat die Garderobengebühr von 2,00 auf 2,50 Euro angehoben. Die Reaktionen der Gäste seien laut Hoppe durchweg positiv. Die Gäste geben ihre Jacke ab, zahlen, sind in unter 20 Sekunden durch. Ob der Preis 2,00 oder 2,50 beträgt, scheint bei dem Tempo kaum aufzufallen.
Für das FZW bedeutet das: höhere Einnahmen pro Vorgang bei weniger Personalaufwand.
Was die Gäste sagen
„In der eigenen Zielgruppe wurde das komplett positiv aufgenommen", sagt Hoppe. Und fasst zusammen:
„Weniger Verlieren, weniger Warten und mehr Zeit für den Abend."
Till Hoppe, Geschäftsführer, FZW Dortmund
Einordnung
Das FZW ist nicht der einzige Betrieb, der seine Garderobe so umgebaut hat. Auch andere Clubs und Veranstaltungshäuser in Deutschland arbeiten mittlerweile mit dem System. Die Probleme, die Hoppe beschreibt, sind in der Branche weit verbreitet: Bargeldaufwand, langsame Terminals, verlorene Marken.
Im FZW hat die Umstellung funktioniert. Die Garderobe, lange einer der aufwändigsten Posten im Betrieb, läuft heute als Routineprozess.
